Mediation

Mediation und Beratung statt Familiengericht

Wenn es irgendwie möglich ist, vermeiden Sie den Gang zum Familiengericht! Nicht nur, weil erhebliche Kosten auf Sie zukommen. Sondern vor allem deshalb, weil Sie als Eltern mit den Kindern in ein Familienrechtssystem geraten, das einer Dynamik untersteht, aus der Sie kaum mehr herauskommen. Nehmen Sie die Mediation oder Elterngespräche wahr, auch wenn sie anstrengend, zäh und langwierig sein können.

Ein familienrechtliches Verfahren zu Umgang und Sorgerecht dient häufig nicht dem Kindeswohl, sondern belastet die Kinder und Sie auf unvorstellbare Weise. Es führt in vielen, wenn nicht in den meisten Fällen zur Eskalation, anstatt deeskalierend zu wirken. Wenn Sie beide (!) – trotz vielleicht schmerzhafter Trennung – einen respektvollen Umgang miteinander behalten wollen und können (!) , dann sind Mediation oder moderierte Elterngespräche sinnvoll.

Vorsicht bei der Wahl der Beratungsstelle

Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn viele der sogenannten neutralen Beratungsstellen sind alles andere als neutral. Ich höre leider immer wieder, dass Mütter von Beratern (interessanterweise oftmals Frauen) bedrängt und respektlos behandelt werden, wenn sie zum Beispiel Bedenken zum Verhalten des Kindesvaters äußern oder sich nicht vollständig auf seine Forderungen einlassen wollen. Das gilt für die Beratungsstellen der Jugendämter genauso wie für die der sogenannten Freien Träger, meist in Form eines eingetragenen Vereins, wie z. B. Kinderschutzbund, Caritas, aber auch kleinere lokale Vereine. Auch wenn ich zu vielen Zugeständnissen rate, um ein Gerichtsverfahren zu vermeiden, darf das nicht in Nötigung ausarten. Leider erleben Mütter immer wieder, dass sich der oder die Berater/in regelrecht schützend vor den Kindesvater stellt und stellvertretend für ihn gegen sie kämpft.

Ein guter Berater oder Mediator wird Sie niemals in eine bestimmte Richtung drängen. Er sieht sich nicht für das Ergebnis der Beratung zuständig, sondern ausschließlich für den Prozess der Beratung. Er wird auf gleichmäßige Redeanteile, auf respektvollen Umgang und auf Lösungsorientierung achten, aber niemals selbst Position beziehen.

Bei einer Mediation ist ein Setting mit vier Personen empfehlenswert: Mutter und Vater sowie ein Jurist und ein Psychologe, möglichst ein Mann und eine Frau. Diese  Konstellation gewährleistet am ehesten, dass alle Interessen und alle Bedenken gleich wichtig genommen werden.

Gespräche können jederzeit abgebrochen werden

Wenn sich herausstellt, dass die Mediation oder die Gespräche keinen Erfolg haben, können Sie sie jederzeit abbrechen. Der Berater ist über den Inhalt und den Beendigungsgrund der Gespräche zu Stillschweigen verpflichtet. Selbst wenn man Sie zu einer Schweigepflichtsentbindung nötigt, z. B. vom Verfahrensbeistand oder vom Gutachter, wird ein verantwortlicher Mediator keine Informationen geben.

Dennoch: Geben Sie nicht zu schnell auf! Es lohnt sich, einen Weg ohne Familiengericht zu finden, auch wenn er große Mühe und etliche Zugeständnisse kostet. Der ‚Preis‘, den Sie und Ihre Kinder im Familiengericht zahlen, ist aller Wahrschlichkeit um ein Vielfaches höher.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.